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13. Episode:  Ju Schnee // Malerei und Skulptur


Es kringelt!


Wenn Ju Schnee aufhört zu denken, entstehen ganz besondere Formen. Das geht schon ein Leben lang so. Immer an ihrer Seite: Stift, Papier und Notizbuch. Willkommen in der wundervollen Welt der Wiener Künstlerin

Ju Schnee, warum Kringel?

Ich habe schon als Kind gezeichnet, wenn ich zuhören musste, im Unterricht, beim Telefonieren. Es waren immer Kringel, kleine organische Formen, ohne Ziel, einfach aus der Hand heraus. Meine Schulbücher sind voll davon. Die Kringel sind für mich die natürlichste Ausdrucksform, um Bewegung und Gedanken sichtbar zu machen. Sie sind intuitiv, entstehen ohne Nachdenken – und sie bilden heute das Grundgerüst meiner Arbeiten.

Und alles beginnt in Notizbüchern?

Ja. Stichworte, Zitate, Sätze, Listen, Gedankenfetzen – alles landet zunächst in Notizbüchern. Ich skizziere auf Papier, im iPad, manchmal auch auf Umschlägen oder Rechnungen. Notizbücher aber sind mein Gedächtnis, mein Archiv. Wenn ich im Atelier bin, dienen sie als Ausgangspunkt für meine Malerei und Skulpturen. Ohne sie würde mir etwas Entscheidendes fehlen: der Zugriff auf meine spontanen Ideen.

„Jede handschriftliche Notiz, jede Skizze ist ein grafisches Abbild
eines Gedankens, einer Idee.

Sie kombinieren ihre Malerei mit digitalen Elementen, erweitern sie um Augmented Reality. Warum dieser hybride Ansatz?

Es geht um Bewegung und Leben. Für mich ist Malerei allein ein eher statisches Medium. Gemalt, aufgehängt, fertig. Ich wollte Wege finden, den Arbeiten eine zweite Ebene zu geben. Die Animationen vergrößern die narrative Tiefe meiner Malerei, erwecken sie zum Leben. Ich selbst bin ja auch ein Hybrid: intuitiv, körperlich, mit Yoga- und Balletthintergrund, gleichzeitig bin ich digital, vernetzt und technologieaffin. Das Alte und das Neue zusammenzubringen, finde ich spannend.

Ihre Kringel wirken lebensfroh, kraftvoll, naiv, aber auf eine starke, selbstbewusste Weise. Wie persönlich sind die Formen?

Ich nenne sie Ju Schnee Shapes. Jede Form trägt meine Handschrift, meine Intuition, meine Bewegung. Ich glaube, der physische Akt, mit den Händen zu arbeiten, ist dabei essenziell. Malen, skizzieren, modellieren – das bringt mich an einen Ort, wo ich bei mir bin und den Kopf ausschalte. Mit der Hand zu arbeiten, öffnet einen Zugang zu meiner Kreativität, ähnlich wie vielleicht beim Angeln oder beim Yoga.

Bild in einem Bild-Slider

Wie entscheidend sind Notizbücher?

Sie sind der Ausgangspunkt jeder Arbeit. Jede handschriftliche Notiz, jede Skizze ist ja ein grafisches Abbild einer Reflexion, einer Idee, eines Gedankens – letztendlich einer Bewegung, die durch meine Hand gegangen ist. Sobald ich das sehe, bin ich sofort in der originalen, intuitiven Idee.

Hat sich Ihre Handschrift verändert?

Früher war sie schön, rund und geschwungen – als ich noch mit dem Füllfederhalter geschrieben habe. Heute ist sie schlampiger, kräftiger. Aber der Ausdruck ist derselbe: groß, schwungvoll, schnell.

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„Von der Hand, zum Papier, zur Leinwand – in jedem Shape steckt die Bewegung meiner Hände.

Sie haben mal gesagt, dass Chaos für Sie wichtig sei. Wie passt das zusammen mit Notizbüchern?

Chaos und Struktur existieren gleichzeitig. Zu Hause, bei der Buchhaltung, Rechnungen, Malerei – alles liegt irgendwo. Die Notizbücher helfen, das Kreative zu bündeln. Die Bücher sind kleine Anker in einem sonst sehr freien Prozess.

Würden Sie ohne die analogen Mittel leben können?

Schwierig. Ich könnte auf digitale Medien verzichten, aber die Handarbeit, das Zeichnen, ist für mich zentral. Skizzieren, malen, Formen mit den Händen erzeugen – das ist nicht verzichtbar. Die Hände sind Mittel der Reflexion, der Intuition und der Kreativität. In jedem Shape steckt die Bewegung meiner Hände. Von der Hand, zum Papier, zur Leinwand. Das ist die Basis. Das Digitale spielt die Bewegung in die Welt.

13. Episode:  Ju Schnee // Malerei und Skulptur


Es kringelt!


Wenn Ju Schnee aufhört zu denken, entstehen ganz besondere Formen. Das geht schon ein Leben lang so. Immer an ihrer Seite: Stift, Papier und Notizbuch. Willkommen in der wundervollen Welt der Wiener Künstlerin

Ju Schnee, warum Kringel?

Ich habe schon als Kind gezeichnet, wenn ich zuhören musste, im Unterricht, beim Telefonieren. Es waren immer Kringel, kleine organische Formen, ohne Ziel, einfach aus der Hand heraus. Meine Schulbücher sind voll davon. Die Kringel sind für mich die natürlichste Ausdrucksform, um Bewegung und Gedanken sichtbar zu machen. Sie sind intuitiv, entstehen ohne Nachdenken – und sie bilden heute das Grundgerüst meiner Arbeiten.

Und alles beginnt in Notizbüchern?

Ja. Stichworte, Zitate, Sätze, Listen, Gedankenfetzen – alles landet zunächst in Notizbüchern. Ich skizziere auf Papier, im iPad, manchmal auch auf Umschlägen oder Rechnungen. Notizbücher aber sind mein Gedächtnis, mein Archiv. Wenn ich im Atelier bin, dienen sie als Ausgangspunkt für meine Malerei und Skulpturen. Ohne sie würde mir etwas Entscheidendes fehlen: der Zugriff auf meine spontanen Ideen.

„Jede handschriftliche Notiz, jede Skizze ist ein grafisches Abbild eines Gedankens, einer Idee.

Sie kombinieren ihre Malerei mit digitalen Elementen, erweitern sie um Augmented Reality. Warum dieser hybride Ansatz?

Es geht um Bewegung und Leben. Für mich ist Malerei allein ein eher statisches Medium. Gemalt, aufgehängt, fertig. Ich wollte Wege finden, den Arbeiten eine zweite Ebene zu geben. Die Animationen vergrößern die narrative Tiefe meiner Malerei, erwecken sie zum Leben. Ich selbst bin ja auch ein Hybrid: intuitiv, körperlich, mit Yoga- und Balletthintergrund, gleichzeitig bin ich digital, vernetzt und technologieaffin. Das Alte und das Neue zusammenzubringen, finde ich spannend.

Ihre Kringel wirken lebensfroh, kraftvoll, naiv, aber auf eine starke, selbstbewusste Weise. Wie persönlich sind die Formen?

Ich nenne sie Ju Schnee Shapes. Jede Form trägt meine Handschrift, meine Intuition, meine Bewegung. Ich glaube, der physische Akt, mit den Händen zu arbeiten, ist dabei essenziell. Malen, skizzieren, modellieren – das bringt mich an einen Ort, wo ich bei mir bin und den Kopf ausschalte. Mit der Hand zu arbeiten, öffnet einen Zugang zu meiner Kreativität, ähnlich wie vielleicht beim Angeln oder beim Yoga.

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Wie entscheidend sind Notizbücher?

Sie sind der Ausgangspunkt jeder Arbeit. Jede handschriftliche Notiz, jede Skizze ist ja ein grafisches Abbild einer Reflexion, einer Idee, eines Gedankens – letztendlich einer Bewegung, die durch meine Hand gegangen ist. Sobald ich das sehe, bin ich sofort in der originalen, intuitiven Idee.

Hat sich Ihre Handschrift verändert?

Früher war sie schön, rund und geschwungen – als ich noch mit dem Füllfederhalter geschrieben habe. Heute ist sie schlampiger, kräftiger. Aber der Ausdruck ist derselbe: groß, schwungvoll, schnell.

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„Von der Hand, zum Papier, zur Leinwand – in jedem Shape steckt die Bewegung meiner Hände.

Sie haben mal gesagt, dass Chaos für Sie wichtig sei. Wie passt das zusammen mit Notizbüchern?

Chaos und Struktur existieren gleichzeitig. Zu Hause, bei der Buchhaltung, Rechnungen, Malerei – alles liegt irgendwo. Die Notizbücher helfen, das Kreative zu bündeln. Die Bücher sind kleine Anker in einem sonst sehr freien Prozess.

Würden Sie ohne die analogen Mittel leben können?

Schwierig. Ich könnte auf digitale Medien verzichten, aber die Handarbeit, das Zeichnen, ist für mich zentral. Skizzieren, malen, Formen mit den Händen erzeugen – das ist nicht verzichtbar. Die Hände sind Mittel der Reflexion, der Intuition und der Kreativität. In jedem Shape steckt die Bewegung meiner Hände. Von der Hand, zum Papier, zur Leinwand. Das ist die Basis. Das Digitale spielt die Bewegung in die Welt.

Ju Schnee - Bio transparent

Ju Schnee


Ju Schnees (34) Malereien und Skulpturen nehmen einen ganz eigenen, transformativen Raum innerhalb der zeitgenössischen Kunst ein; bei ihr kommen das Taktile und das Digitale zusammen, mit einer visuellen Sprache, die organisch ist, jenseitig und immer abstrakt. Sie hat einen Master of Arts der Fachhochschule Graz; seit Jahren überschreitet sie traditionelle Grenzen, indem sie Ölmalerei mit Augmented Reality (AR) verbindet. 

Dabei greift sie immer wieder auf ihre Grundformen zurück: abstrakte, biomorphe Shapes auf Leinwänden, als digitale Flussformen und seit 2020 auch als skulpturale Objekte. Ju Schnees Arbeiten wurden in Galerien in Los Angeles, Berlin, Wien und Paris sowie auf Kunstmessen wie der KIAF Seoul gezeigt. Ihr Werk ist ein Zeugnis für den lebendigen Wandel in der zeitgenössischen Kunst, wo Tradition und Innovation keine Gegensätze sind, sondern Partner für Kreation neuer ästhetischer Erfahrungen. Die Österreicherin lebt mit Ihrem Mann und dem gemeinsamen Kind in Wien.

AUT_Grauel_Mobile

Autor Ralf Grauel

Ralf Grauel ist Wirtschaftsjournalist, Publizist und Berater. Er war Redakteur und Autor für brand eins, brand eins Wissen und das Zeit Magazin. Zusammen mit seinem Team hat er das Projekt Writers and Thinkers entwickelt, bei dem er regelmäßig Gespräche mit Menschen führt über das Denken mit der Hand.

Ju Schnee - Bio transparent

Ju Schnee


Ju Schnees (34) Malereien und Skulpturen nehmen einen ganz eigenen, transformativen Raum innerhalb der zeitgenössischen Kunst ein; bei ihr kommen das Taktile und das Digitale zusammen, mit einer visuellen Sprache, die organisch ist, jenseitig und immer abstrakt. Sie hat einen Master of Arts der Fachhochschule Graz; seit Jahren überschreitet sie traditionelle Grenzen, indem sie Ölmalerei mit Augmented Reality (AR) verbindet. 

Dabei greift sie immer wieder auf ihre Grundformen zurück: abstrakte, biomorphe Shapes auf Leinwänden, als digitale Flussformen und seit 2020 auch als skulpturale Objekte. Ju Schnees Arbeiten wurden in Galerien in Los Angeles, Berlin, Wien und Paris sowie auf Kunstmessen wie der KIAF Seoul gezeigt. Ihr Werk ist ein Zeugnis für den lebendigen Wandel in der zeitgenössischen Kunst, wo Tradition und Innovation keine Gegensätze sind, sondern Partner für Kreation neuer ästhetischer Erfahrungen. Die Österreicherin lebt mit Ihrem Mann und dem gemeinsamen Kind in Wien.

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Autor Ralf Grauel

Ralf Grauel ist Wirtschaftsjournalist, Publizist und Berater. Er war Redakteur und Autor für brand eins, brand eins Wissen und das Zeit Magazin. Zusammen mit seinem Team hat er das Projekt Writers and Thinkers entwickelt, bei dem er regelmäßig Gespräche mit Menschen führt über das Denken mit der Hand.

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Autor Ralf Grauel

Ralf Grauel ist Wirtschaftsjournalist, Publizist und Berater. Er war Redakteur und Autor für brand eins, brand eins Wissen und das Zeit Magazin. Zusammen mit seinem Team hat er das Projekt Writers and Thinkers entwickelt, bei dem er regelmäßig Gespräche mit Menschen führt über das Denken mit der Hand.

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Steffen Mumm ist Künstler. Er arbeitet mit Leinwänden, Sprühdosen und Druckplatten. Er stellt Siegelringe, Socken und Seidentücher her, liebt Bullet Journals, Skizzenbücher und Notizbücher. Alles, was er zeichnet, malt und produziert, schreibt er vorher auf. Irre? Nein, kreativ!

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